50 Jahre Otto Brenner Stiftung

50 Jahre Otto Brenner Stiftung

Herzlich willkommen auf der Seite unseres 50-jährigen Stiftungsjubiläums!

Hier beleuchten wir in den kommenden Wochen und Monaten die Entstehungsgeschichte der Wissenschaftsstiftung der IG Metall. Mit einer Chronik, die wir über das Jahr hinweg kontinuierlich erweitern, erinnern wir an markante Meilensteine unserer Stiftungsgeschichte. Es lohnt sich also, immer wieder einen Blick darauf zu werfen.

Wir nehmen das Stiftungsjubiläum auch zum Anlass, mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten an unseren Namensgeber zu erinnern und die Themenschwerpunkte der Stiftungsarbeit der letzten 50 Jahre aufzugreifen. Höhepunkt im Jubiläumsjahr wird unsere Festveranstaltung im November in Frankfurt am Main sein.

50 Jahre Aufgabe Zukunft: „Qualität des Lebens“ als Erbe Otto Brenners

Aufzeichnung unseres Webtalks vom 25. April 2022

Zum Start in unser Jubiläumsjahr hat die Otto Brenner Stiftung in Kooperation mit dem Funktionsbereich Gewerkschaftliche Bildungsarbeit beim Vorstand der IG Metall zu einem Live-Webtalk eingeladen: Mit ausgewählten Expertinnen und Experten haben wir anlässlich des Todestages von Otto Brenner und dem 50. Jubiläum der Tagung "Aufgabe Zukunft - Qualität des Lebens" 1972 in Oberhausen diskutiert.

1972 – 2022: 50 Jahre Otto Brenner Stiftung

Chronik, Etappen und Ereignisse zum Stiftungsjubiläum

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir hier an die Geschichte der Wissenschaftsstiftung der IG Metall erinnern.

8.11.1907 - 15.04.1972 Otto Brenner: Die Umverteilung des Wirtschaftswunders 

Ausschnitte aus “Der Eiserne Otto” – Zeitzeugen erinnern an Otto Brenner. Eine Filmdokumentation für die Otto Brenner Stiftung von Hans-Jürgen und Shaun Hermel, 2007.

Wie kein Zweiter prägte Otto Brenner die industriegewerkschaftlichen Geschicke der deutschen Wirtschaftswunderjahre. Unter seinem Vorsitz gelang es der IG Metall, die wirtschaftlichen Gewinne dieser beispiellosen Aufschwungphase auch für die Arbeiter*innen zu erkämpfen. Zu seinen Erfolgen zählen substantielle Gehaltssteigerungen, die Einführung der 40-Stunden-Woche und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch für Arbeiter*innen.

 

Zugleich musste Brenner besonnen und weitsichtig auf die ersten Wirtschaftskrisen, sowie eine zunehmende Automatisierung der Produktionsprozesse reagieren. Lag der Fokus seiner Arbeit auf dem Kampf um eine Demokratisierung der Wirtschaftsordnung, engagierte er sich auch mit Nachdruck in den gesellschaftlichen Kämpfen gegen Aufrüstung und gegen die Verabschiedung der „Notstandsgesetze“.
 

Otto Brenner steht für eine soziale wirtschaftliche Entwicklung, die Kooperation von Gewerkschaften mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft, sowie das vehemente Eintreten für eine fortschreitende Demokratisierung aller Lebensbereiche. Diese Positionen prägen bis heute das Handeln der nach ihm benannten Otto Brenner Stiftung.

 

Zur Biografie und Leseempfehlungen …

12.-14.04.1972 Forderung nach besserer Lebensqualität 

Ausschnitt Metall Zeitung Nr 09/1972, Seite 4.
Ausschnitt Metall Zeitung Nr 09/1972, Seite 4.

Die visionäre Tagung „Aufgabe Zukunft: Qualität des Lebens“ wird Otto Brenners frühes Vermächtnis. Auf Einladung der IG Metall kommen vom 12. bis 14. April 1972 mehr als 1300 Gäste aus Politik, Gewerkschaften und vor allem aus den Wissenschaften nach Oberhausen.

Weitere Infos zu "Oberhausen"

15.04.1972 Tod Otto Brenners 

Trauerfeier für Otto Brenner in der Paulskirche Frankfurt, Ausschnitt Metall Zeitung 09/1972, Seite 3.
Trauerfeier für Otto Brenner in der Paulskirche Frankfurt, Ausschnitt Metall Zeitung 09/1972, Seite 3.

Am Samstag, den 15. April 1972, erliegt Otto Brenner im Frankfurter Universitätsklinikum mit nur 64 Jahren seiner Herz-Kreislauferkrankung. Sein Tod kommt sowohl für seine Familie als auch für die von ihm geführte IG Metall unerwartet.

 

Fünf Tage später kommt es am 20. April in der Frankfurter Paulskirche zu einer außergewöhnlichen Trauerfeier. Neben Brenners Stellvertreter und späteren Nachfolger Eugen Loderer halten nicht nur diverse ranghohe Gewerkschafts- sowie auch Arbeitgebervertreter und der hessische Ministerpräsident eine Trauerrede, sondern ebenfalls Willy Brandt: Der Bundeskanzler verabschiedet „einen der großen Gewerkschaftsführer dieses Landes. Sein Mühen um mehr Gerechtigkeit, mehr Freiheit und mehr Solidarität soll uns Vermächtnis sein und Ansporn zugleich.“

 

► Visionär und Asket: Das erstaunliche Leben des Otto Brenner

 

► Zu Otto Brenners Lebensstationen

8.05. - 20.07.1972 Gründung der Otto Brenner Stiftung 

Bereits im Zuge der Vorbereitungen zur Trauerfeier kommt es zu Überlegungen, statt Blumengeschenken zu ehren Brenners, eine Stiftung einzurichten. Vorangetrieben wird dies von seinen ehemaligen Mitarbeitern Hans Preiss und Fritz Opel.

Weitere Informationen zur Stiftungsgründung

4.10.1972 Geschäftsführer Fritz Opel und der Beginn der Schriftenreihe 

Otto Brenner und sein enger Mitarbeiter Fritz Opel auf einer Konferenz. Familienarchiv: Heike Pinkall. Datum und Fotograf Unbekannt.
Otto Brenner und sein enger Mitarbeiter Fritz Opel auf einer Konferenz. Familienarchiv: Datum und Fotograf Unbekannt.

Am 4. Oktober 1972 wird der langjährige Brenner-Vertraute Fritz Opel (1912-1973) zum Geschäftsführer der jungen Stiftung ernannt. Er gibt als erste Publikation die Schriften-Edition „Aus Reden und Aufsätzen“ von Otto Brenner heraus. Sie begründet die „Schriftenreihe der Otto Brenner Stiftung“, die später im Bund Verlag erscheinen wird. Diese wird laut Opel „in Übereinstimmung mit dem Stiftungszweck in ungezwungener Form Themen und Probleme aus Theorie und Praxis der nationalen sowie internationalen Gewerkschaftsbewegung behandeln“.

 

So ist dann auch der zweite Titel dieser Reihe die wissenschaftliche Studie „Multinationale Konzerne und internationale Gewerkschaftsbewegung“. Ihre Lektüre soll „ein Ansporn sein, über die durch das Wachsen der internationalen Konzerne für die Arbeitnehmer entstehenden Probleme und Risiken nachzudenken und eine Gegenstrategie zu entwickeln.“

 

Damit legt Opel das Fundament für zwei richtungsweisende Perspektiven der frühen Stiftungsgeschichte: Einerseits Publikationen zu den Grundlagen und zur Geschichte der Gewerkschaftsbewegung. Andererseits jeweils aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zur gewerkschaftspolitischen Gegenwart und Zukunft.

22.11.1973 Michael Kittner wird Geschäftsführer 

Michael Kittner (1972) und zwei der von ihm herausgegebenen Bücher aus der OBS-Schriftenreihe. Foto: Günter Schindler.

Am 13. Oktober 1973 verstirbt überraschend Fritz Opel im Alter von 61 Jahren. Zu seinem Nachfolger bestellt der Vorstand der IG Metall Michael Kittner, der seine Tätigkeit am 22. November aufnimmt. 23 Jahre lang leitete er die Geschicke der Stiftung in Personalunion als Justiziar der IG Metall.
 

Mit dem neuen Geschäftsführer rückt das Arbeitsrecht als Forschungsthema stärker in den Fokus: Als Band 3 der OBS-Schriftenreihe erscheint etwa die Dokumentation der Tagung „Streik und Aussperrung“ vom 13. – 16. September 1973 in München. Es folgen in den kommenden Jahren zum Beispiel Publikationen zur Geschichte und Bewertung der Aussperrung (Band 14, 15 und 37) sowie zu Strategien von Warnstreiks (Band 29).
 

Aber auch der bereits eingeschlagene internationale Publikationsschwerpunkt wird fortgesetzt – mit Veröffentlichungen zu internationalen Streiks (Band 31) und Regional-Untersuchungen (z.B. Band 6: Großbritannien, Band 10: Schweden, Band 17 Jugoslawien und Band 34: Südafrika).
 

Rückblickend beschreibt Kittner die OBS in diesen Jahren als einen „richtig schönen, lebendigen Kleinverlag“.

12.04.1975 Die OBS und der "Vater des deutschen Arbeitsrechts" 

Durch die Otto Brenner Stiftung kommt es ab 1975 zur "Wiederentdeckung" von Hugo Sinzheimer. Zeichnung: Emil Stumpp.

Zum 100. Geburtstag von Hugo Sinzheimer legt die Otto Brenner Stiftung den Grundstein für die Wiederentdeckung des bedeutenden Juristen. Eine Festveranstaltung gemeinsam mit der Akademie für Arbeit und dem Institut für Arbeitsrecht der Universität Frankfurt wird in den folgenden Jahren zur regelmäßigen Vorlesung.

 

Der damalige Geschäftsführer der OBS, Michael Kittner, sieht in Sinzheimer und Brenner zwei Seiten einer Medaille: Ersterer habe die Ideen von Tarifautonomie, Koalitionsfreiheit und modernem Arbeitsrecht entwickelt. Brenner dann „die Arbeitsrechtslehre von Sinzheimer zum Leben gebracht“.

 

Seitdem dient die Vorlesung einerseits dem Gedenken der historischen Arbeiten Hugo Sinzheimers und andererseits der Übersetzung der arbeitsrechtlichen Tradition in die aktuellen Fragestellungen. Zudem erscheinen in der OBS-Schriftenreihe Arbeiten des bedeutenden Arbeitsrechtlers sowie 1995 die erste deutschsprachige Biografie, die aus dem Japanischen übersetzt wurde.

 

Diesem Pfad folgend wird 2010 das Hugo-Sinzheimer-Institut in Verwaltung der OBS gegründet. Seit 2018 ist das Institut für arbeitsrechtliche Fragen bei der Hans-Böckler-Stiftung angesiedelt. Die Vorlesungsreihe führt es bis heute fort.

  • 8.11.1907 - 15.04.1972 Otto Brenner: Die Umverteilung des Wirtschaftswunders 

    Ausschnitte aus “Der Eiserne Otto” – Zeitzeugen erinnern an Otto Brenner. Eine Filmdokumentation für die Otto Brenner Stiftung von Hans-Jürgen und Shaun Hermel, 2007.

    Wie kein Zweiter prägte Otto Brenner die industriegewerkschaftlichen Geschicke der deutschen Wirtschaftswunderjahre. Unter seinem Vorsitz gelang es der IG Metall, die wirtschaftlichen Gewinne dieser beispiellosen Aufschwungphase auch für die Arbeiter*innen zu erkämpfen. Zu seinen

    8.11.1907 - 15.04.1972 
  • 12.-14.04.1972 Forderung nach besserer Lebensqualität 

    Ausschnitt Metall Zeitung Nr 09/1972, Seite 4.
    Ausschnitt Metall Zeitung Nr 09/1972, Seite 4.

    Die visionäre Tagung „Aufgabe Zukunft: Qualität des Lebens“ wird Otto Brenners frühes Vermächtnis. Auf Einladung der IG Metall kommen vom 12. bis 14. April 1972 mehr als 1300 Gäste aus Politik, Gewerkschaften und vor allem aus den Wissenschaften nach Oberhausen.

    Weitere Infos zu "Oberhausen"
    12.-14.04.1972 
  • 15.04.1972 Tod Otto Brenners 

    Trauerfeier für Otto Brenner in der Paulskirche Frankfurt, Ausschnitt Metall Zeitung 09/1972, Seite 3.
    Trauerfeier für Otto Brenner in der Paulskirche Frankfurt, Ausschnitt Metall Zeitung 09/1972, Seite 3.

    Am Samstag, den 15. April 1972, erliegt Otto Brenner im Frankfurter Universitätsklinikum mit nur 64 Jahren seiner Herz-Kreislauferkrankung. Sein Tod kommt sowohl für seine Familie als auch für die von ihm geführte IG Metall unerwartet.

     

    Fünf Tage später kommt es am 20. April in der

    15.04.1972 
  • 8.05. - 20.07.1972 Gründung der Otto Brenner Stiftung 

    Bereits im Zuge der Vorbereitungen zur Trauerfeier kommt es zu Überlegungen, statt Blumengeschenken zu ehren Brenners, eine Stiftung einzurichten. Vorangetrieben wird dies von seinen ehemaligen Mitarbeitern Hans Preiss und Fritz Opel.

    Weitere Informationen zur Stiftungsgründung
    8.05. - 20.07.1972 
  • 4.10.1972 Geschäftsführer Fritz Opel und der Beginn der Schriftenreihe 

    Otto Brenner und sein enger Mitarbeiter Fritz Opel auf einer Konferenz. Familienarchiv: Heike Pinkall. Datum und Fotograf Unbekannt.
    Otto Brenner und sein enger Mitarbeiter Fritz Opel auf einer Konferenz. Familienarchiv: Datum und Fotograf Unbekannt.

    Am 4. Oktober 1972 wird der langjährige Brenner-Vertraute Fritz Opel (1912-1973) zum Geschäftsführer der jungen Stiftung ernannt. Er gibt als erste Publikation die Schriften-Edition „Aus Reden und Aufsätzen“ von Otto Brenner heraus. Sie begründet die „Schriftenreihe der Otto Brenner

    4.10.1972 
  • 22.11.1973 Michael Kittner wird Geschäftsführer 

    Michael Kittner (1972) und zwei der von ihm herausgegebenen Bücher aus der OBS-Schriftenreihe. Foto: Günter Schindler.

    Am 13. Oktober 1973 verstirbt überraschend Fritz Opel im Alter von 61 Jahren. Zu seinem Nachfolger bestellt der Vorstand der IG Metall Michael Kittner, der seine Tätigkeit am 22. November aufnimmt. 23 Jahre lang leitete er die Geschicke der Stiftung in Personalunion als Justiziar der

    22.11.1973 
  • 12.04.1975 Die OBS und der "Vater des deutschen Arbeitsrechts" 

    Durch die Otto Brenner Stiftung kommt es ab 1975 zur "Wiederentdeckung" von Hugo Sinzheimer. Zeichnung: Emil Stumpp.

    Zum 100. Geburtstag von Hugo Sinzheimer legt die Otto Brenner Stiftung den Grundstein für die Wiederentdeckung des bedeutenden Juristen. Eine Festveranstaltung gemeinsam mit der Akademie für Arbeit und dem Institut für Arbeitsrecht der Universität Frankfurt wird in den folgenden

    12.04.1975 

Wir freuen uns sehr, auf der Jubiläumswebsite einen Einblick in unsere Stiftungsgeschichte geben zu können. Die Recherchen und Dokumentation zu mehr als einem halben Jahrhundert sind dabei nicht immer einfach. Sind Sie selbst im Besitz von Dokumenten, Fotografien oder anderem Material, welches gut in unsere Chronik oder unser Archiv passen würde? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf, um über eine etwaige Nutzung für die Chronik und die Seiten zu unserer Stiftungshistorie zu sprechen.

Die Rechte für die verwendeten Fotos auf den Seiten zum 50-jährigen Stiftungsjubiläum liegen bei den jeweils angegebenen Urhebern oder ihren Rechtsnachfolgern. Die Otto Brenner Stiftung hat überall dort, wo die Rechteinhaber ermittelt werden konnten, entsprechende Lizenzen für die Nutzung erworben. In einzelnen Ausnahmefällen war es trotz intensiver Recherche nicht möglich, die Rechteinhaber zu ermitteln. Wir bitten deshalb diejenigen Rechteinhaber, die wir nicht ermitteln und deshalb keine Nutzungsrechte erwerben konnten, für die Vereinbarung einer (Nach-)Lizensierungen auf uns zu zukommen.

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