Grafik zum OBS-Arbeitspapier 63

Online-Veranstaltungsreihe zur Leipziger Autoritarismus-Studie 2022

Haben sich rechtsextreme und autoritäre Einstellungen in Deutschland verändert? Nimmt die Ausländerfeindlichkeit weiter ab? Wie stehen die Deutschen zur Demokratie? Fragen, die die aktuelle "Leipziger Autoritarismus-Studie 2022", beantwortet. Die repräsentative Langzeiterhebung zeigt seit 2002 deutliche Entwicklungen und erfasst aktuelle Trends in Zusammenhang mit der COVID-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine.

Erstmals wurde erhoben, welche gesellschaftlichen Konflikte durch Lohnabhängige in Deutschland als zentral angesehen werden. Hintergrund sind die zunehmenden Debatten darüber, inwiefern Themen rund um Sprache, Geschlecht und Migration gegenüber sozioökonomischen Themen (Einkommen, Vermögen und Macht) wichtiger werden.

In mehreren Onlineseminaren werden grundlegende Aspekte der Leipziger Autoritarismus-Studie 2022 vorgestellt und deren Ergebnisse anhand aktueller Debatten diskutiert.

 

Mitschnitte der Veranstaltungen

"Wir" gegen "Die"? Gesellschaftliche Konfliktlinien heute

27. April 2023

Endet die Demokratie am Werkstor?

12. Juni 2023

Online-Veranstaltung vom 27. April 2023

"Wir" gegen "Die"? Gesellschaftliche Konfliktlinien heute

Einwanderung, Gleichstellung und Boomer-Bashing: Kulturelle Streitthemen ersetzen scheinbar die großen wirtschaftlichen Gesellschaftskonflikte. Ob dieser Eindruck stimmt, hat die aktuelle Leipziger Autoritarismus Studie untersucht.

Im Online-Seminar geht es um die Konfliktwahrnehmung lohnabhängiger Menschen:

  • Wann werden soziale Risse brandgefährlich?

  • Welche Konflikte sollten wir dringend wieder offener austragen?

  • Was braucht es, damit Solidarität autoritäre Haltungen überwinden kann?
     

Mit

Johannes Kiess (Universität Leipzig)
Chaja Boebel (IG Metall Bildungszentrum Berlin)
Michael Kraske (Autor „Der Riss“)
Martin Kuhlmann (SOFI Göttingen)

Moderation: Moritz Riesinger (Otto Brenner Stiftung)

Autoritäre Dynamiken in unsicheren Zeiten.

Neue Herausforderungen – alte Reaktionen

Online-Seminar zur Leipziger Autoritarismus-Studie 2022

Die Bürgerinnen und Bürger stehen mit großer Mehrheit hinter der demokratischen Grundordnung unserer Republik, der „harte Kern“ antidemokratischer Milieus wird kleiner. Allerdings sind nur sechs von zehn Befragten mit den gelebten demokratischen Prozessen zufrieden. Die neuen Zahlen der Leipziger Autoritarismus-Studie 2022 belegen eine starke Abnahme des Personenkreises mit geschlossen rechtsextremem Weltbild, insbesondere in Ostdeutschland. Damit bestätigt sich die bereits 2020 konstatierte Verfestigung extremistischer Milieus bei rückläufiger Gruppengröße. Traditionelle antisemitische Einstellungen sind weiter rückläufig.

Schon bekannte Problemlagen bleiben aber bestehen. So deutet die mehrheitliche Unzufriedenheit mit der gelebten demokratischen Praxis hin auf wechselseitige Missverständnisse zwischen politischen Akteur:innen und der Bevölkerung, auf womöglich irrtümliche Vorstellungen von Demokratie, aber auch auf substantielle Probleme in den realen politischen Prozessen. Dazu kommt: Ausländerfeindliche Einstellungen verharren auf hohem Niveau.

Mit:

  • Elmar Brähler, Universität Leipzig
  • Oliver Decker, Universität Leipzig
  • Moderation: Ayline Heller, Universität Leipzig

Endet die Demokratie am Werkstor?

Autoritarismus im Arbeitsleben

Wer Vielfalt und Demokratie stärken will, muss über Mitbestimmung am Arbeitsplatz sprechen. Das zeigen die Leipziger Autoritarismus Studien deutlich. Gleichzeitig hat die extreme Rechte längst begonnen, in Betrieben für ihre reaktionären Positionen zu werben.

Wir diskutieren:

  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Mitbestimmung und autoritären Positionen?
  • Wie kann gelebte Partizipation im Betrieb helfen, den gesellschaftlichen Rechtsruck zu stoppen?
  • Welche politische Unterstützung braucht es dafür?

Mit

  • Sophie Bose, Universität Leipzig
  • Andre Schmidt, Universität Leipzig
  • Lukas Hezel, DGB Bildungswerk Baden-Württemberg
  • Jessica Knierim, VW Salzgitter
  • Moderation: Moritz Riesinger, Otto Brenner Stiftung