OBS Arbeitshefte

Der junge Osten: Aktiv und Selbstständig

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Engagement Jugendlicher in Ostdeutschland

Autor/en: Jochen Roose
Veröffentlichungsdatum: 07.07.2015

Das OBS-Arbeitspapier 15 geht der Frage nach, ob sich das Engagement der Jugend zwischen Ost- und Westdeutschland unterscheidet. Jochen Roose (Universität Wrocław /FU Berlin), der Autor der OBS-Studie, betrachtet dafür zunächst das Engagement Jugendlicher in Ostdeutschland und findet erstaunliche Antworten. Sein Befund: In Ostdeutschland ist es die Jugend, die – 25 Jahre nach der politisch vollzogenen deutschen Einheit – einen für eine demokratische Gesellschaft unentbehrlichen Beitrag leistet.

Es sind die ostdeutschen Jugendlichen, die das durch die DDR-Politik weitgehend aufgelöste freiwillige zivilgesellschaftliche Engagement entwickeln und die Zivilgesellschaft maßgeblich aufbauen. Die Studie fragt weiterhin nach den Bedingungen, die ein Engagement bei Jugendlichen wahrscheinlicher machen. Darüber hinaus wird in weiterführenden Analysen u.a. nach der Art des Engagements der Jugendlichen differenziert. Insgesamt werden drei Datensätze (Freiwilligensurvey, AID:A, und Shell-Jugendstudie) in vergleichender Perspektive mit Westdeutschland ausgewertet. Aufgabe der Politik und der Zivilgesellschaft, so ein Fazit der Studie, ist es nun, die Jugendlichen mit dem Aufbau nicht alleine zu lassen und besonders in die Bildung zu investieren. Denn Bildung – das zeigt die Studie auch – schafft Engagement. Über die große Bedeutung hinaus, die freiwilliges Engagement für die demokratische Kultur und das soziale Zusammenleben in einer Gesellschaft hat, gibt es noch weitere Gründe, die ostdeutsche Jugend zu unterstützen: Die jetzige Situation stellt hohe Anforderungen an die Jugendlichen, was diejenigen mit niedrigerer Bildung tendenziell benachteiligt. Eine breite Unterstützung hilft somit auch, die soziale Selektivität zu verringern.

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