Wählen mit 16?

Ein empirischer Beitrag zur Debatte um die Absenkung des Wahlalters

Erscheinungsdatum: 30. Juli 2020
OBS-Arbeitspapier 41
Autoren: Thorsten Faas und Arndt Leininger

Vor 50 Jahren, am 31. Juli 1970, trat die Änderung des Grundgesetzes in Kraft, mit der das aktive Wahlrecht auf noch heute geltende 18 Jahre gesenkt und das passive Wahlrecht mit dem Zeitpunkt der Volljährigkeit verknüpft wurde. Vier Jahre später wurde diese auf 18 Jahre festgelegt. Inzwischen hat eine Reihe von Staaten (z.B. Österreich) das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt; auch in einigen Bundesländern kann man bei Kommunal- und Landtagswahlen mit 16 Jahren wählen. Die profilierten Wahlforscher Thorsten Faas und Arndt Leininger von der FU Berlin haben die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen vom 1. September 2019 zum Anlass genommen, dem strittigen Thema „Wahlalter 16“ empirisch auf den Grund zu gehen: zwei Wahlen, die am selben Tag in zwei benachbarten Bundesländern stattfanden - einmal mit einer Wahlaltersgrenze von 16, in Brandenburg, und einmal mit einer Grenze von 18 Jahren, in Sachsen. Die profunde Analyse zeichnet ein buntes Bild und erlaubt differenzierte Antworten: Eine Absenkung des Wahlalters auf 16 hängt letztlich von der konkreten Umsetzung und vor allem von begleitenden Maßnahmen ab.

Informationen zum Arbeitspapier 41

  • OBS-Pressemitteilung: „Wählen mit 16“: Großes Potenzial, aber kein Selbstläufer [PDF] [OBS-Presseportal]

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Sind 16-Jährige reif genug für Wahlen?

Welche Effekte hätte eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre auf die Wahlbeteiligung?

Was macht es mit Jugendlichen, wenn Gleichaltrige schon wählen dürfen, sie selbst aber noch nicht?

Wie sind Sie bei ihrer Studie eigentlich vorgegangen?

Was hat Sie am meisten überrascht und fasziniert?

Wie fällt ihr Fazit insgesamt aus?

DOCUPY: Sollte man früher wählen dürfen?

WELT: Jugendliche wollen mitbestimmen

POLITISCH BILDET: Podcast der Landeszentrale für politische Bildung BW

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Karikatur zum Thema "Wählen mit 16"

Zum Thema  Karikatur zum Thema "Wählen mit 16"
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Die Autoren

Thorsten Faas

Zum Thema  Thorsten Faas

Prof. Dr. Thorsten Faas ist Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und leitet dort die Arbeitsstelle „Politische Soziologie der Bundesrepublik Deutschland“. Geboren 1975 in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) studierte er Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der London School of Economics and Political Science (LSE). Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Bamberg, Duisburg-Essen und Mannheim tätig; promoviert wurde er 2008 an der Universität Duisburg-ssen mit einer Arbeit zum Thema „Arbeitslosigkeit und Wählerverhalten: Direkte und indirekte Wirkungen auf Wahlbeteiligung und Parteipräferenzen in Ost- und Westdeutschland“. Ehe er 2017 an die Freie Universität Berlin wechselte, war er von 2009 bis 2012 Juniorprofessor für Politikwissenschaft, insbesondere Wählerverhalten, an der Universität Mannheim, sowie Professor für Empirische Politikforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Wahlen, Wahlkämpfen und Wahlstudien.

Kontakt 
Email: thorsten.faas(at)fu-berlin.de
@wahlforschung

 

Arndt Leininger

Zum Thema  Arndt Leininger

Arndt Leininger, PhD, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle Politische Soziologie der Bundesrepublik Deutschland am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Er studierte Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der London School of Economics and Political Science und promovierte anschließend an der Hertie School of Governance in Berlin. Im Sommersemester 2020 hat er eine Vertretungsprofessur für Umfrageforschung an der Universität Konstanz inne. Er forscht unter anderem zur direkten Demokratie, Wahl- und Abstimmungsbeteiligung sowie Jugend und Politik.

Kontakt
Email: arndt.leininger(at)fu-berlin.de 
 @a_leininger