2018/11 | "Pfadwechsel"

Projektnehmer: ARBEIT UND LEBEN Bildungsvereinigung Sachsen e.V.

Projektende: 30.11.2019

Projektkategorie: Integration von (Langzeit-) Arbeitslosen

Der Arbeit und Leben Sachsen e. V. setzt das Projekt PFADWECHSEL um, bei dem in einem innovativen und ganzheitlichen Ansatz Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. 
Abgeleitet aus den Erfahrungen des abgeschlossenen Projektes INTEGRATIV (09/14) tritt neben die intensive Arbeit mit den Teilnehmern nunmehr auch eine enge Kooperation mit Unternehmen - dies mit dem Ziel, die Betriebe und deren betroffene Mitarbeiter im Hinblick auf die speziellen Problemlagen bzw. Defizite der Teilnehmer zu ertüchtigen sowie ggf. Arbeitsplätze und -bedingungen an diese anzupassen (sog. Job-Carving - bislang bei der betrieblichen Integration Behinderter angewandt). So kommt die Entwicklungs- und Unterstützungsarbeit des Projektes nicht nur den teilnehmenden Langzeitarbeitslosen mit multiplen Vermittlungshemmnissen, sondern auch der Belegschaft in den aufnehmenden Unternehmen zugute, um auf diese Weise die Chancen auf eine dauerhafte Integration zu erhöhen. Das Vorhaben wird in zwei Landkreisen der Region Leipzig (Nordsachsen und Leipzig) realisiert, um auch eventuelle Einflüsse unterschiedlicher regionaler Rahmenbedingungen auf die Integration von Langzeitarbeitslosen feststellen zu können.
Die Betreuung der Teilnehmer erfolgt in drei Phasen: In einer ersten Etappe von 4 Wochen werden Kompetenzen, soziale Situation, Lernfähigkeit und –bereitschaft, Motivation, Perspektiven sowie bisherige Erfahrungen am Arbeitsmarkt der (gemeinsam mit den Jobcentern akquirierten) Teilnehmer erarbeitet. Es schließen sich erste Lernimpulse auf den Feldern digitale Kompetenz, Gesundheit, Resilienz und Arbeitsweltorientierung an, die in Gruppenarbeit durchgeführt werden, am Ende steht ein individueller Entwicklungsplan. Die zweite Etappe (5 Monate) besteht aus: 1. intensivem individuellem Coaching zur Bewältigung der festgestellten sozialen, psychischen und gesundheitlichen Probleme. 2. verschiedenen Lernimpulsen zu Themen wie Kommunikation, Selbstmanagement/ Lebensbewältigung, Perspektivwechsel, Neue Medien, arbeitsweltbezogene Grundbildung, Mobilität und Arbeitskultur. 3. Praxiserleben und Praxislernen zur Erkundung der Arbeitswelt und zur betrieblichen Erprobung, möglich sind hierbei mehrere Stationen bei verschiedenen Unternehmen, die von 2 Tagen bis 8 Wochen dauern können. Die dritte Etappe (maximal 6 Monate) schließlich soll durch Nachbetreuung der aufgenommenen Beschäftigungsverhältnisse deren Nachhaltigkeit sichern und die Teilnehmer bei der Bewältigung der steigenden Anforderungen unterstützen. Für diejenigen Teilnehmer, die nach der zweiten Etappe nicht in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden können, wird gemeinsam mit dem Jobcenter eine andere sinnvolle Anschlussperspektive entwickelt.