„Kritischer Journalismus – Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“ unter dem Motto vergibt die Otto Brenner Stiftung (OBS) 2008 insgesamt sechs hochdotierte Preise und drei Recherche-Stipendien für junge Talente im Journalismus. Mit Preisgeldern von insgesamt 45.000 Euro gehört der OBS-Journalistenpreis zu den höchst dotierten und renommierten Journalistenpreisen in Deutschland.
Ziel des Wettbewerbs ist es, gesellschaftlich relevante aber gemessen an deren Bedeutung nicht ausführlich behandelte Themen in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Journalistinnen und Journalisten sollen zudem ermutigt werden, ungeachtet möglicher Konsequenzen, unbequeme Fragen aufzugreifen und Missstände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar zu benennen. Anliegen des Wettbewerbs ist zudem die Prämierung von Beiträgen, die sich vom breiten Meinungsstrom der Berichterstattung durch eine eigenständige und vor allem gründliche Rechercheleistung absetzen und in Sprache, Stil und Darstellungsweise überzeugen.
Der Preis für kritischen Journalismus orientiert sich in seinem Anspruch am politischen Vermächtnis Otto Brenners. Dessen gesellschaftspolitisches Credo:
„Nicht Ruhe und Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“ (Otto Brenner 1968).
Prämiert werden von einer unabhängigen Jury die drei erstklassigen Beiträge (1.- 3. Preis) im Feld des intensiv recherchierten Hintergrundjournalismus. Der Brenner Preis „Spezial“ zeichnet die beste Analyse (Leitartikel, Kommentar, Essay) mit 10.000 Euro aus und soll dazu beitragen, dem Trend zum „Kikeriki-Journalismus“ (Heribert Prantl) und zur unkritischen Übernahme einer Mehrheitsmeinung entgegenzuwirken. Der Preis soll den Mut zur klaren, pointierten und sorgfältig begründeten Meinung stärken.
„Demokratie braucht Vielfalt, gerade in den kommentierenden Darstellungsformen. Der neue Preis soll der intellektuellen Begrenzung bei der Wahl der Argumente und der Perspektiven auf kontroverse Themen begegnen. Der Preis will daher Texte prämieren, die Aufklärung fördern, die anregen und aufregen“, so das Motiv der Jury.
Drei Recherchestipendien für junge Talente sollen dazu beitragen, dass wichtige Themen auch von leistungsstarken Nachwuchsjournalisten angegangen und über einen längeren Zeitraum recherchiert werden können. Die Stipendien werden in Zusammenarbeit mit der Journalistenvereinigung „netzwerk recherche“ (nr) vergeben und von erfahrenen Redakteuren betreut.
Teilnehmen und vorgeschlagen werden können ab sofort alle Journalistinnen und Journalisten, die in Print, Hörfunk, Fernsehen und Internet-Publikationen arbeiten.
Jurymitglieder des OBS-Journalisten-Wettbewerbs sind Sonia Mikich (Monitor), Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Dr. Volker Lilienthal (epd medien), Dr. Thomas Leif (netzwerk recherche) und Jürgen Peters (Verwaltungsratsvorsitzender der Otto Brenner Stiftung).
Die Preisverleihung findet im Rahmen der Jahrestagung der Otto Brenner Stiftung am 22. Oktober 2008 in Berlin statt.
Weitere Informationen zum Preis und die Formulare zum Bewerbungsverfahren können im Internet unter www.otto-brenner-preis.de eingesehen und runtergeladen werden. Hier kann auch die Dokumentation des Wettbewerbs mit dem Titel „Best of“ bestellt werden.
Einsendeschluss des Wettbewerbs ist der 15. August 2008!
Adresse:
Otto Brenner Stiftung
Wilhelm-Leuschner-Str. 79
60329 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 6693 - 2808
Fax: 069 / 6693 - 2786
E-Mail: obs(at)igmetall.de