Ziel des Wettbewerbs ist es, gesellschaftlich relevante aber vernachlässigte Themen in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Der Otto Brenner Preis soll Journalistinnen und Journalisten ermutigen, unbequeme Fragen aufzugreifen und Missstände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar zu benennen. Anliegen des Wettbewerbs ist die Prämierung von Beiträgen, die sich vom breiten Meinungsstrom der Berichterstattung durch eine eigenständige und vor allem gründliche Rechercheleistung absetzen und in Sprache, Stil und Darstellungsweise überzeugen.
Der Preis für kritischen Journalismus orientiert sich am politischen Vermächtnis des langjährigen IG Metall-Vorsitzenden Otto Brenner, der Zivilcourage zum Maßstab seines Handelns machte. Den „aufrechten“ Gang forderte er auch von anderen ein. „Nicht Ruhe und Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit.“ (Otto Brenner 1968)
Eine unabhängige Jury prämiert drei intensiv recherchierte und anspruchsvolle Beiträge (1.- 3. Preis, 10.000, 5. 000 und 3.000 Euro). Hinzu kommt ein mit 2.000 Euro dotierter Newcomer- bzw. Medienprojekt-Preis.
Der Brenner Preis „Spezial“ zeichnet die beste Analyse (Leitartikel, Kommentar, Essay) mit 10.000 Euro aus und soll dazu beitragen, dem Trend zum „Kikeriki-Journalismus“ (Heribert Prantl) und der unkritischen Übernahme einer Mehrheitsmeinung entgegenzuwirken. Der Preis soll den Mut zur klaren, pointierten und sorgfältig begründeten Meinung stärken. „Demokratie braucht Vielfalt, gerade in den kommentierenden Darstellungsformen. Der Preis will daher Texte prämieren, die Aufklärung fördern, die anregen und aufregen“, so das Motiv der Jury.
Drei Recherchestipendien in Höhe von jeweils 5.000 Euro sollen jungen Nachwuchsjournalisten ermöglichen, wichtige Themen aufzugreifen und über einen längeren Zeitraum zu recherchieren. Die Stipendien werden in Zusammenarbeit mit der Journalistenvereinigung „netzwerk recherche“ (nr) vergeben und von erfahrenen Redakteuren betreut.
Teilnehmen und vorgeschlagen werden können ab sofort alle Journalistinnen und Journalisten mit Beiträgen aus Print, Hörfunk, Fernsehen und dem Internet. Einsendeschluss ist Freitag, 14. August. Die Sitzung der Jury findet am 8. Oktober statt.
Jurymitglieder des OBS-Journalisten-Wettbewerbs sind Sonia Mikich (Monitor), Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Dr. Volker Lilienthal (epd medien), Dr. Thomas Leif (netzwerk recherche) und Berthold Huber (Verwaltungsratsvorsitzender der Otto Brenner Stiftung).
Die Preisverleihung findet im Rahmen der Jahrestagung der Otto Brenner Stiftung am 17. November 2009 in Berlin statt.
Weitere Informationen zum Otto Brenner Preis und alle notwendigen Unterlagen zur Bewerbung finden Sie im Internet unter www.otto-brenner-preis.de. Dort kann auch das „Best of 2008“ bestellt werden. Das Buch präsentiert u.a. die prämierten Beiträgen von Andrea Röpke (freie Journalistin), Anita und Marian Blasberg (Die Zeit – Magazin Leben) und Christian Bommarius (Berliner Zeitung), die Laudatien der Jury auf die Preisträger und die Festrede von Fritz Pleitgen.
Bitte beachten: Einsendeschluss der Bewerbungen ist Freitag, 14. August 2009.
Adresse:
Otto Brenner Stiftung
Wilhelm-Leuschner-Str. 79
60329 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 6693 - 2810
Fax: 069 / 6693 - 2786
Email: obs(at)igmetall.de
Infos: www.otto-brenner-preis.de