„Kritischer Journalismus – Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“ unter diesem Motto vergibt die Otto Brenner Stiftung (OBS) auch 2010 wieder fünf Preise und drei Recherche-Stipendien für junge Talente im Journalismus. Mit einem Preisgeld von insgesamt 45.000 Euro gehört der Journalistenpreis der OBS zu den höchst dotierten Journalistenpreisen in Deutschland. Sowohl 2008 als auch 2009 wurden jeweils über 500 Bewerbungen eingereicht.
Ziel des Wettbewerbs ist es, gesellschaftlich relevante aber vernachlässigte Themen in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Der Otto Brenner Preis soll Journalistinnen und Journalisten ermutigen, unbequeme Fragen aufzugreifen und Missstände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar zu benennen. Anliegen des Wettbewerbs ist die Prämierung von Beiträgen, die sich vom breiten Meinungsstrom der Berichterstattung durch eine eigenständige und vor allem gründliche Rechercheleistung absetzen und in Sprache, Stil und Darstellungsweise überzeugen.
Der Preis für kritischen Journalismus orientiert sich am politischen Vermächtnis des langjährigen IG Metall-Vorsitzenden Otto Brenner, der Zivilcourage zum Maßstab seines Handelns machte. Den „aufrechten“ Gang forderte er auch von anderen ein. „Nicht Ruhe und Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit“. (Otto Brenner 1968)
Eine unabhängige Jury prämiert drei intensiv recherchierte und anspruchsvolle Beiträge (1.-3. Preis, 10.000, 5.000 und 3.000 Euro). Hinzu kommt ein mit 2.000 Euro dotierter Newcomer- bzw. Medienprojekt-Preis.
Der Brenner Preis „Spezial“ zeichnet die beste Analyse (Leitartikel, Kommentar, Essay) mit 10.000 Euro aus und soll dazu beitragen, dem Trend zum „Kikeriki-Journalismus“ (Heribert Prantl) und der unkritischen Übernahme einer Mehrheitsmeinung entgegenzuwirken. Der Preis soll den Mut zur klaren, pointierten und sorgfältig begründeten Meinung stärken. „Demokratie braucht Vielfalt, gerade in den kommentierenden Darstellungsformen. Der Preis will daher Texte prämieren, die Aufklärung fördern, die anregen und aufregen“, so das Motiv der Jury. Träger des „Spezial“-Preises der Otto Brenner Stiftung sind u.a. Christian Bommarius (Berliner Zeitung) und Christian Semler (taz).
Drei Recherchestipendien in Höhe von jeweils 5.000 Euro sollen jungen Nachwuchsjournalisten ermöglichen, wichtige Themen aufzugreifen und über einen längeren Zeitraum zu recherchieren. Die Stipendien werden in Zusammenarbeit mit der Journalistenvereinigung „netzwerk recherche“ (nr) vergeben und von erfahrenen Redakteuren betreut.
Teilnehmen und vorgeschlagen werden können ab sofort alle Journalistinnen und Journalisten mit Beiträgen aus Print, Hörfunk, Fernsehen und dem Internet. Einsendeschluss ist Freitag, 13. August. Die Sitzung der Jury findet am 21. September statt.
Jurymitglieder sind Sonia Seymour Mikich (Monitor), Prof. Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Prof. Dr. Volker Lilienthal (Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus an der Universität Hamburg), Prof. Dr. Thomas Leif (netzwerk recherche) und Berthold Huber (Verwaltungsratsvorsitzender der Otto Brenner Stiftung).
Die Preisverleihung findet am 2. November 2010 in Berlin statt.
Weitere Informationen zum Otto Brenner Preis und alle notwendigen Unterlagen zur Bewerbung finden Sie im Internet unter www.otto-brenner-preis.de
Dort kann auch das „Best of 2009“ bestellt werden. Das Buch präsentiert u.a. die prämierten Beiträge von Attac Deutschland (Medienprojektpreis), Marc Thörner (1. Preis, Deutschlandfunk), Ulrike Brödermann und Michael Strompen (2. Preis, ZDF), Simone Sälzer (3. Preis, Passauer Neue Presse) und Christian Semler („Spezial“-Preis) - mit den Laudatien der Jury - und die Festrede von Tom Schimmeck („Medien, Macht und Meinungsmache“).
Bitte beachten:
Einsendeschluss für Bewerbungen ist Freitag, 13. August 2010.
Kontakt:
Otto Brenner Stiftung
– Geschäftsführung –
Jupp Legrand
Wilhelm-Leuschner-Str. 79
60329 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 6693 – 2810
Fax: (069) 6693 – 2786
Infos: www.otto-brenner-preis.de
Download: Pressemitteilung vom 01. April 2010 [PDF - 237 KB]