Otto Brenner Stiftung

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Datum: 01. Oktober 2010
Autor: Otto Brenner Stiftung

Neue Studie der Otto Brenner Stiftung erschienen: "Berufliche Weiterbildung in Europa – Was Deutschland von nordeuropäischen Ländern lernen kann"

Fachkräftemangel: Sind Konzepte der beruflichen Weiterbildung aus Schweden übertragbar?

Der Fachkräftemangel in Deutschland droht den Aufschwung zu bremsen. Mehr Investitionen in die berufliche Weiterbildung gelten als ein Weg, den Fachkräftemangel zu verringern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu erhalten. In den Diskussionen wird immer wieder auf die positiven Erfahrungen mit beruflicher Weiterbildung in den nordeuropäischen Ländern verwiesen. Sie weisen wesentlich höhere Teilnehmerquoten in der beruflichen Weiterbildung auf als Deutschland und haben gleichzeitig weniger Schwierigkeiten, den steigenden Bedarf an Fachkräften zu decken. Der Frage, ob die Erfahrungen und die Konzepte Skandinaviens auch auf Deutschland übertragbar sind, geht jetzt eine aktuelle Studie der OBS nach. Die Ergebnisse zeigen, dass die berufliche Weiterbildung Probleme des Fachkräftemangels bei uns eindämmen kann, wenn aus Erfahrungen anderer Länder gelernt wird und neue Wege beschritten werden.

Rainer Weinert, der Autor der OBS-Studie, sieht einen Anknüpfungspunkt für erfolgreiche Weiterbildung im schwedischen Konzept der „Technik-Colleges“. Technik-Colleges sind eine gemeinsame Aus- und Weiterbildungsinitiative der Sozialpartner in Schwedens Metallindustrie. Ziel ist, Fachkräftemangel frühzeitig zu begegnen und eine an den Anforderungen der Betriebe und den Interessen der Arbeitnehmer orientierte Qualifizierung zu ermöglichen. Technik-Colleges sind keine neuen Bildungseinrichtungen. Vielmehr bedienen sie sich der bestehenden Struktur des staatlichen und nicht-staatlichen Aus- und Weiterbildungssystems. Der Titel „Technik-College“ wird an Schulen oder Weiterbildungseinrichtungen vergeben, wenn genau definierte Kriterien eingehalten werden. Zentrales Anliegen ist, Qualifikationsstandards der Beschäftigten zu erhöhen, Nach-Qualifizierung zu ermöglichen, Lese- und Schreibkenntnisse auszubauen sowie mathematische Fertigkeiten jüngerer Arbeitnehmer zu verbessern.

Das Ergebnis der Weinert-Studie ist, dass das erfolgreiche Konzept auf Deutschland übertragen werden kann. Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Betriebe müssten sich auf ein berufliches Qualifizierungskonzept verständigen, das unterschiedliche Weiterbildungsmaßnahmen umfasst und verpflichtende Kriterien definiert. Das Ziel, jüngere und ältere Arbeitnehmer weiterzubilden, wird mit Maßnahmen der Nachqualifizierung und auch der vorausschauenden Qualifizierung erreicht. Kurzfristige Anpassungsqualifizierungen wären ebenso denkbar wie systematische Weiterbildungsmaßnahmen, die zu formellen Abschlüssen führen. Nach Weinert entstünden kaum zusätzliche Kosten für die Betriebe bei der Errichtung von Technik-Colleges, da keine neuen Bildungseinrichtungen geschaffen werden, sondern mit den bestehenden Einrichtungen kooperiert wird.  

"Berufliche Weiterbildung in Europa – Was Deutschland von nordeuropäischen Ländern lernen kann", so der Titel der Untersuchung, ist bei der Otto Brenner Stiftung erschienen; sie kann online bestellt werden und steht für Sie zum Download bereit. Wir haben für Sie auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse erstellt.

Alle Informationen zur Studie finden Sie auf unserer Internetseite unter:

Informationen zur Studie: Otto Brenner Kompakt

Die Studie zum Bestellen und Downloaden: Otto Brenner Shop 

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